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Besteck? So was gibt’s bei uns nicht!

Das Restaurant «Shashamane» serviert traditionelle äthiopische Kost Aus den Lautsprechern wallen entspannte Reggae-Rhythmen, Rasta-Mähnen lachen von der Wand, Elefanten zieren einen Raumteiler: Würde man mit verbundenen Augen und Stöpseln in den Ohren in das äthiopische Restaurant «Shashamane» geführt, man könnte, sobald alle Sinne wieder frei sind, sofort die gastronomische Richtung des Ladens verorten. Hier, am Willy-Brandt-Platz, zwischen Banken und Versicherungen, hat Afrika seine fränkische Zweigstelle gefunden.

Shashamane ist eine Kleinstadt in der Mitte Äthiopiens. Der Ort ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts neue Heimat für ursprünglich jamaikanische Anhänger der Rastafari-Bewegung. Kein Wunder also, dass Betreiber Endale Mekuria in seinem gleichnamigen Restaurant gewieft mit dem afrikanischkaribischen Stil-Mix spielt: «Die Verbindung aus typischer äthiopischer Küche und jamaikanischer Reggae-Musik ist unser Markenzeichen.»

Auf der Speisekarte des «Shashamane» finden sich also die traditionellen Speisen Ost-Afrikas: Hülsenfrüchte, Huhn- und Rindfleisch und viel Gemüse. Beim Nürnbergplus-Test bestellen wir als Vorspeise einen angemachten Frischkäse und eine afrikanische Variante der indischen Samosas, genannt Sambusas. Beim ersten Biss wird klar: Oha, hier wird mit der Würze nicht gegeizt. Die Sambusas sind knackig, muten aber nach Tiefkühlkost an. Der Frischkäse verdient dafür seine Vorsilbe allemal. Was Kinder lieben und Erwachsene meistens streng verbieten, ist im «Shashamane» Pflicht: Essen mit den Fingern. «Messer und Gabel gibt’s nicht», sagt Mekuria grinsend. Bei Vor- und Nachspeise werden aber zumindest Kaffeelöffel «geduldet».

Die echte Herausforderung an das Fingerspitzengefühl kommt dann beim Hauptgang. Wir entscheiden uns für zwei gemischte Teller, äthiopische Versucherla, sozusagen: ein Mal mit Hühnchen, das andere Mal vegetarisch. Als Besteck-Ersatz fungiert jetzt Inschara, das ist ein weiches Weizenbrot von schwammiger Konsistenz. Man reißt ein Stückchen ab und klemmt dann die aufzunehmende Speise zwischen die beiden Enden des Brotstückes. Das klappt so gut, dass mit etwas Übung und vom Reggae gestützter Gelassenheit der Teller im Nu geleert ist – obwohl die Portionen sehr groß sind. Auf der vegetarischen Platte finden sich unter anderem Linsenbrei, Kichererbsenmus und pikanter Grünkohl. Auf dem «fleischigen» Teller werden noch ein weiches Stückchen Huhn und ein gekochtes Ei serviert. Die Speisen sind allesamt mit authentischen Gewürzen zubereitet, die ihre milde, aber spürbare Schärfe eher langsam entfalten. Wer die afrikanische Küche erst kennenlernt, wird anfangs wohl vor allem an Indien erinnert werden.

Der Service im «Shashamane» ist sehr freundlich – Lächeln, Nachfragen und Hüftschwünge sind Teil des Programmes. Weil fast alles frisch zubereitet wird, muss manchmal erst in der Küche gefragt werden, ob die Zutaten da sind. Beim Nürnbergplus-Besuch ist das äthiopische Bier leider recht flott ausverkauft. Dafür ist die gebackene Banane mit Vanille-Eis («Da muss ich erst fragen . . .») genau auf den Punkt zubereitet: nicht zu hart, nicht zu weich, und vor allem ohne zusätzlichen Zucker. Das «Sha-shamane» ist eine echte Empfehlung für eingefleischte Afrika- Liebhaber wie für interessierte Neulinge. Die Preise sind mit Hauptgerichten ab sieben Euro moderat.

Florian Heider 19.09.2008

Quelle: Nürnberger Zeitung